Samstag, 20. Juli 2019

Weggenossen

Es gibt sie tatsächlich: Vietnamesen die wie ich noch fahrradfahren!!!


ohne Helm und ohne Gurt

Das war Kurt








 Nicht nur Mama fährt im Damensitz.
Ich würde mich das nicht wagen.

Vermummungsverbot

Was machen wir Deutschen nur für ein Theater um Burka, Tschador und Vermummung.





 Hier fahren ein Haufen Terroristen rum.

 









 Und nichts passiert

 

 

 

 

 

  Angriff

 

 

 




Beste Tarnung.

Freitag, 19. Juli 2019

Hünerkopf Opfer

Ich hatte nicht richtig verstanden um was es geht. Aber ich bin gern mit dem Hausherren und An aufgebrochen um ein Stück bis zum Dschungelrand aufzusteigen. Der Hausherr stieg in einen Baum und schlug drei Äste ab, die wir mit zurücknahmen. Auf meine Frage hin erklärte An, dass schon sein Vater von diesem Baum Äste geholt hat und es Ahnenverehrung ist, genau an diesem Baum wieder Äste zu holen.



















 Zu Hause angekommen wurde aus einem Bambusrohr ein schön verzierter Kultgegenstand hergestellt. Auch die mitgebrachten Äste wurden verziert.











Die Hausherrin verschwand unter dem Haus und es entstand ein panisches Hühnergegacker.  Dann ging's los mit den hergestellten Gegenständen und dem Huhn in einer Plastiktüte. Mitten auf einem Reisfeld wurden die Gegenstände in den Boden gesteckt.











In den Trichter wurde ein Blatt so hinein gedreht, dass ein Becher entstand. Ein zweites Blatt wurde als Trichter darüber gelegt.








Dem Huhn wurde die Kehle durchgeschnitten und der Hausherr ließ so viel Blut wie möglich in den Becher laufen.  Das Blut sollte die Götter gütig stimmen, damit sie dafür sorgen, dass der Reis gut wächst. Auch ein wenig Reisschnaps gab es noch für die Götter. Danach wurde der Kopf vollständig abgeschnitten.



Nun kniete das Paar nieder und der Hausherr warf mehrfach den Hahn in die Kultgegenstände hinein. Wie mir An später erklärte, ging es darum, dass der Kopf in einer bestimmten Art und Weise liegen muss. Das gelang erst nach mehreren Versuchen. Dann verließen wir das Feld. Die Frau traf sich noch mit anderen Frauen zum Gebet.


Natürlich glaube ich nichts daran, dass durch diesen Ritus der Reis besser gedeiht. Das Paar glaubt daran und ich nehme die Ernsthaftigkeit war, mit der sie diesen Ritus vollziehen. Es ist ihre Welt und sie haben ein Recht darauf, so zu leben.

Wer meint, dass dieses Hühner Opfer grausam ist, soll darüber nachdenken dass wir in unserer Zivilisation tausende von Küken schreddern und unnötig viele Hühnchen und Hähnchen in unseren Fabriken töten.




Blitzlicht Da Nang 2

Wenn ich junge Männer treffe dann ist die zweite Frage aus welcher Stadt ich komme. Wenn ich einen Coup landen will, muss ich Mönchengladbach sagen. Das kennen sie alle von Borussia. Und die Fußballer kennen sie alle viel besser als ich, der ich völlig interessiert an Fußball bin und deshalb auch keinen Spieler kenne.

Eben habe ich einen getroffen der auch in der Reisebranche tätig war. Der kannte auch München und das Oktoberfest und sogar den Cannstatter Wasen. Für den trinken die Deutschen mindestens drei Liter Bier an einem Stück.


Donnerstag, 18. Juli 2019

Dorf in den Bergen

Wie immer schmeckt der Kaffee hervorragend, als mir An im Eva Cafe die wesentlichen Grundlagen des Lebens der Bevölkerung im Urwald erläuterte.

Im Urwald können die Bewohner jagen und Pflanzen für ihre Ernährung suchen.

Der Urwald liefert ihnen Holz zum Bauen und zum Kochen.

Aus dem Urwald kommt gutes Wasser zum Trinken. Es gibt auch Quellen weiter unterhalb aber das Wasser aus dem Urwald ist besser.

Bei derart lebenswichtigen Gegebenheiten des Urwalds, ist es nicht verwunderlich dass der Urwald der Sitz der Götter oder Geister ist. Insbesondere die Krater und Gipfel sind von ihnen bewohnt. Der Urwald ist somit ein religiöser Ort. Die indigene Bevölkerung rotes deshalb die hohen Zonen nicht

Durch Rodung wird Fläche für die Nahrungserzeugung gewonnen. Die Bevölkerung führt den Brandrodungswanderfeldbau durch. Aufgrund der geringen Besiedlungsdichte sind lange Brachezeiten möglich, so dass sich der Urwald immer wieder erholen kann. Die Bewirtschaftung ist somit nachhaltig.

In den Tagen wird Reis angebaut. Den Reisanbau hat die indigene Bevölkerung von den Cham übernommen. Eher bedingt Sesshaftigkeit.


Nach dieser Einführung ging es in rasanter Fahrt mit dem Motorrad in die Berge. Wie schon im Tal machte das Dorf  einen sehr aufgeräumten und sauberen Eindruck.

Es gab einen Brunnen mit dicker Schüttung. Trotz der lokal relativ dichten Besiedlung, kann angenommen werden, dass das Wasser infolge der hohen Schüttung trinkbar ist



Die Bewohner waren nicht zu Hause. Sie arbeiteten auf dem Feld.










Auf dem weiteren Weg kamen wir an diesem Haus vorbei. Es ist ein sehr schönes Beispiel für die leichte Bauweise dieser Häuser. Die Wände haben ein Traggerüst aus Bambusrohren, in das Bambusstreifen als Ausfachung hinein gelebt werden. Auch der Boden besteht aus Bambusstreifen und ist sehr elastisch. Diese Häuser können in wenigen Tagen von einer Familie hergestellt werden und ermöglichen einen relativ raschen und problemlosen Wechsel des Wohnortes. die Dächer wurden ursprünglich mit reisstroh gedeckt, das gegenüber dem heute verwendeten Blech klimatisch günstiger ist.

 Weiter ging es zum Schamanen des Ortes, einem sehr aufgeweckten Mann.













 Wir spazierten ein Stück durch die Reisfelder
 Und trafen dort Menschen bei der Arbeit













Dann trafen wir ihn. Er wird von seinen Kindern versorgt und freute sich sehr über unseren Besuch. Wie immer war woher wohin Name Alter der Einstieg in das Gespräch. Als er mein Alter erfuhr, sagte er dass er vier Jahre jünger sei und ich sein Bruder sein könnte. Und damit habe ich den Brother Fritz weg, wobei Fritz für die Vietnamesen genauso schwierig auszusprechen ist wie für uns vietnamesisch.


An
Von dem Geld, das an von mir für die Tour bekam, hatte er für die Männer und Kinder Süßigkeiten und für die Frauen Salz gekauft. Für diese Begegnung hatte er einen komplettes Mittagessen im Gepäck. Mein Bruder steuerte Reis hinzu und wir speisten zu Mittag.

Die Menschen hier sprechen eigene Dialekte. Es gibt auch kein Internet. Damit ist eine Unterhaltung mit Google translate nicht möglich. An beherrscht die Dialekte und er hat gedolmetscht.





Als Nachtisch machte eine Schale reiswein die Runde der sehr gut schmeckte.



Mittwoch, 17. Juli 2019

Da Nang am Abend


Es war ein schöner Lauer Nachmittag an dem ich am Fluss entlang radelte und die friedliche Stimmung genoss. Nach ein paar hundert Metern musste ich jedoch am Vergnügungspark vorbei zurück auf die Hauptstraße Richtung Stadtmitte.
 
Allmählich wurden die Häuser immer höher. Dann kamen plötzlich auf der Flussseite Hotels und Gaststätten, die sich in ihrer Protzigkeit und Geschmacklosigkeit


gegenseitig überboten. So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Wenn ich die Lebenswirklichkeit von den Bergdörfern über die Dörfer an den Straßen bis hierher vergleiche, dann ist das ein unglaublich krasses Gefälle. 23% eben! Von der Gleichheit der Menschen, die der Kommunismus eigentlich proklamiert ist hier absolut nichts mehr zu spüren. Nicht einmal die Eigentümer meines Homestays, die ja schon gehoben wohnen, würden hier ein- uns auskehren. Unter Kommunismus stelle ich mir was anderes vor. Hier ist es
eine Einparteiendiktatur mit der absoluten Bevorzugung der Parteibonzen. Aber die Menschen wollen es. Jede Diskussion endete damit, dass Kapitalismus gut und notwendig ist. Auch die mit dem Wirt an der kambodschanischen Grenze, der nun wirklich unterprivilegiert lebte.
Plötzlich erblickte ich auf einem Gebäude die drei Buchstaben MSB. für einen verspäteten 68er ist das natürlich der marxistische studentenbund Spartacus. Welch ein Hohn, dass ausgerechnet der Inbegriff des Kommunismus hier den Kapitalismus heraus schreit!










15 Fahrrad Minuten weiter bei meinem Homestay ist das menschliche Maß noch eingehalten.













Blitzlicht Da Nang 1

Der absolute Internet Crack ist mein Hausherr nicht. Um mir ins WLAN zu helfen, musste ich mit seinem Sohn telefonieren, weil er das Passwort nicht richtig eingeben konnte. Aber mit dem Google translator ist er doch erstaunlich schnell vertraut geworden.

Als ich mich um vier Uhr nachmittags zu einem Stadtbummel aufmachte, saß er mit seinem Freund vor dem Haus und beide schauten mir interessiert zu, wie ich meine Rad startklar machte. Er bedeutete mir, ich solle mein Handy holen. Mit größtem Vergnügen tippte er drauf und fing an zu sprechen. Er erklärte seinem Freund, wie das geht und veranlasste ihn, mit mir eine Unterhaltung zu führen.  Beide hatten einen riesen Spaß an dieser Technik, die auch ihnen eine weitgehend unbekannte Welt eröffnet.

Dienstag, 16. Juli 2019

Blitzlicht Thanh My 3 das 2.

Die nette Arzthelferin ging mit mir über die Straße in ein Haus, wo ich die Antibiotika für sagenhafte  150.000 dong kaufen konnte. Als ich nach der Quittung fragte, trat betretenes Schweigen auf. Das hier ist eine Privatklinik. Das Geld bekommt das Mitglied. Immerhin stand auf dem Rezept der Preis der Medikamente. Damit gebe ich mich zufrieden.


Trotz Schatten floss immer noch der Schweiß in Strömen, als ich mich um 2 Uhr auf den Weg machen wollte. Da entdeckte mich mein Doc wieder und ich musste mit ihm in sein Haus gehen. Er wollte mich übermäßig mit Trinkwasser eindecken. Es war ihm kaum zu erklären, dass ich nicht so viel Gewicht mitnehmen wollte.
Währenddessen kam seine Frau. Als sie sich ihrer Vermummung entledigt hatte, stand die Apothekerin von vor zwei Stunden vor mir. Sie schaute nach dem  Mann auf der Pritsche. Das war offensichtlich ein Patient, der noch privater als ich war, denn nachdem wir uns über die Wassermenge geeinigt hatten, machte Doc stolzerfüllt eine Tür auf und ich stand in einem Behandlungszimmer mit bestem Ultraschallgerät. Das ist seine Privatklinik.

Jetzt kann sich jeder seine Meinung über den vietnamesischen Kommunismus und seine Mitglieder selbst machen.

Montag, 15. Juli 2019

die Dörfer des Tales



Jedes Dorf hat sein eigenes Recht. Das kollidiert natürlich mit dem modernen Staat, der seine eigenen Gesetze über stülpt. Trotzdem bestehen die Dörfler soweit möglich auf ihren eigenen Regeln.

Geographisches und politisches Zentrum der Dörfer sind diese Gemeinschaftshäuser. Sie symbolisieren ein Schiff, was an der Wölbung der Außenwände deutlich wird. Darin ist die Herkunft der Kultur aus der Südsee zu erkennen.

Wenn das Bauwerk ein Schiff symbolisieren soll, dann ist es naheliegend, dass diese hohen Dächer Segel darstellen. Dieser Theorie wollte An jedoch nicht zustimmen.
Der First ist mit Stäben geschmückt, die Spieße mit Fleischstücken symbolisieren. Der Schmuck an den Giebeln symbolisiert entweder Hörner von Rindern oder Schlangen.

Hier ist die Schrägstellung und Wölbung wie bei einer Bordwand besonders deutlich.

Die Häuser werden heute noch als Gemeinschaftshäuser benutzt. Der Stern der kommunistischen Partei ist immer wieder zu sehen. Manchmal sind sie auch mit Tischen und Stühlen ausgerüstet
.....



Die Konstruktion kommt vollständig ohne Schrauben und Nägel aus. Alle Elemente werden mit Bambusstreifen verbunden. Zur Übertragung der Druckkräfte werden üppig dimensionierte Zapfen eingesetzt. Die Windkräfte auf das Dach werden mit räumlichen Diagonalen abgefangen. Interessanterweise übersteht ein solches Dach einen Sturm besser als die Blechdächer. Möglicherweise erfolgt durch die durchlässige Konstruktion ein Druckausgleich der dies ermöglicht.








Ein typisches Bauernhaus: Ständerbauweise mit Lehmausfachung. Interessanterweise gibt es hier keine Diagonalen. Offensichtlich bleiben die Häuser trotzdem stehen. Das Dach ist mit Ziegeln gedeckt, die wie unsere Biberschwänze aussehen. Es ist interessant, dass die Menschen ohne kulturelle Verknüpfungen zu ähnlichen Lösungen kommen. Das gilt auch für das kleine Dach an der Giebelwand,, das in ähnlicher Form im Elsass zu sehen ist.
Gewohnt wird meistens im oberen Stock. Der Raum darunter dient für allerlei,  heute meistens für das Motorrad.
Stallungen sind in der Regel separate Gebäude.


Angesichts der Vermüllung des Landes sind diese  Dörfet sehr sauber und sehr aufgeräumt. Sie machen einen sehr friedlichen Eindruck und erinnern mich an Vörstetten im Breisgau, wo ich als 8 Jähriger 1960 meine Ferien verbrachte. Schöne Erinnerungen!











In diesem Haus wird im Erdgeschoss gewohnt. Außer dem Ehebett gibt es Schlafplätze für fünf Personen in diesem Raum.










Das Obergeschoss scheint für das Ehepaar als Rückzugsraum reserviert zu sein. Allerdings eine akustische Trennung gibt es nicht.
Insgesamt ist dieses  sehr luxuriös.






Die Zeichnungen der Kinder an der Wand zeigen, dass trotz des althergebrachten Lebens die Modernität Einzug gehalten hat.
Aber noch gibt es hier erstaunlich wenig Plastik und Plastikmüll








Anfang des 19 Jahrhunderts waren französische Missionare im Land. Sie wurden vom vietnamesischen König verfolgt und flohen deshalb in die Berge, kamen hierher. Das führte hier zu einer überwiegend katholischen Bevölkerung. Ich habe keine Buddhas mehr gesehen sondern Marien. Da die Kirche hier konkurrenzlos ist, braucht sie auch nicht so exponiert zu bauen. Dieses Kirchlein fügt sich harmonisch in das Dorf ein. Die Orgel ist durch Gongs ersetzt, was den musikalischen Gepflogenheiten entspricht. Vor der Kirche steht eine Ultrafiltration, bei der sich die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. Wenn diese Technik von der Bevölkerung mit dem Wasserpreis bezahlt werden, kann dann ist das eine gute und nachhaltige Investition. Auf jeden Fall hilft sie den Plastikmüll zu verringern.

Wir kamen in das Haus der alten Männer. Sie waren zwischen 80 und 104 Jahre alt .Er hier konnte noch bonjour und au revoir sagen. Er hatte großen Spaß daran, dass wir französische Worte wechseln konnten.
Der Meister des Dorfes im Gong spielen war dabei. Auf dem Boden waren eine Reihe Gongs im Halbkreis ausgebreitet. Ich bekam einen kleinen Gong in die Hand gedrückt und eine kurze Anleitung ihn zu schlagen. Dann ging die Musik los.



 

Wir hatten alle Spaß dabei. An hatte Süßigkeiten gekauft und verteilte an die Ältesten einiges davon.

Wir kamen an einem Polterabend vorbei und wurden selbstverständlich sofort eingeladen. Aus dem großen Topf wurde mit dem Schlauch reihum getrunken. Das schmeckte wie Apfelwein, hatte aber einen höheren Alkoholgehalt









S
Auch Reisschnaps machte die Runde. Entsprechend fröhlich war sie schon. Da war es nur gut, dass so ein unwissender Europäer kam und man sich darüber lustig machen konnte, wie er sich anstellt. Aber beides hat geschmeckt und ich hätte gerne weiter gemacht. Aber das war ja nicht Sinn der Reise.





 .
Einige Häuser weiter wurden Bananenstauden für die Schweine klein geschnitten. Im Moerser wurden sie weiter zerkleinert. Ich löste die Tochter des Hauses eine Weile beim zerstampfen der Bananenstauden ab.








Den Abend verbrachten wir auf der anderen Seite des Flusses, als die Kühe durch den Fluss getrieben wurden.
Hier lernte ich, dass das Wort kon das gleiche wie in kontiki ist und Ort bedeutet. Auch hier wird der Bezug zu Polynesien wieder deutlich. Tum ist die Lagune. Hier gibt es am Fluss eine Lagune die sich regelmäßig im Frühjahr erfüllt. Damit wird auch Schlamm eingetragen der sie sehr fruchtbar macht. Außerdem gibt es am Rand der Lagune gute Quellen, die die Einwohner zum Waschen und Baden nutzen. Erfolgreich haben sie sich gegen den Bau eines Freizeitzentrums in dieser Region gewehrt.


Die Kinder badeten und spielten Fußball.

Es war eine ausgesprochen friedliche Stimmung und ein wunderbarer Abschluss des Tages.